Eigentlich ist das Buch nichts Neues und doch ist es irgendwie neu. Denn es betrachtet nicht nur das Gift, was wir durch die Nahrung zu uns nehmen, sondern alle Möglichkeiten, mit denen wir uns vergiften. Es belastet uns ja nicht nur falsches Essen und Trinken, es sind die Umweltgifte, die Abgase, die Kosmetika mit ihren Nanopartikeln oder sonstigen unguten Substanzen, auch das Trinkwasser, die Zahnfüllungen, Quecksilber, die Reinigungsmittel und alle möglichen Mittel wie Unkrautvernichter oder Farben, Töpfe aus Aluminium oder Tefalbeschichtungen, die elektromagnetischen Felder, die Sendemasten, alle kabellosen Errungenschaften, uvm.Sodann erklärt der Autor, wie sich das im Körper bemerkbar macht und wie man es nach außen erkennen kann. Es ist der kleine Tropfen jeden Tag, der dann irgendwann das Fass zum Überlaufen bringt und uns krank macht. Aufgedunsensein, Verstopfung, Allergien, Depressionen, Reizdarmsyndrom, großporige Haut, und viele Symptome mehr.Er sagt, der Körper braucht nach der letzten Mahlzeit abends 8 Stunden, um die Mahlzeit zu verdauen. Also geht alle Energie dorthin. Erst nach den 8 Stunden beginnt die eigentliche Reinigung des Körpers, die vier Stunden andauert. Zu der Reinigung kann es aber nicht kommen, wenn wir spät abends die letzte Mahlzeit einnehmen oder naschen, und dann früh schon wieder etwas essen. Der Körper braucht seine 12 Stunden, um überhaupt reinigen zu können. Da wir uns aber mit Essen zustopfen, verdaut er immer nur und die Reinigung kann nicht stattfinden. Mir leuchtet das total ein. Ich habe mal zu rechnen angefangen, wann wir zu Abend essen und wann wir frühstücken. Es soll jeder mal nachrechnen, ob er auf die 12 Stunden Enthaltsamkeit kommt. Dabei ist nicht vom Trinken von Wasser die Rede, sondern vom Essen. Alkohol belastet natürlich auch, das ist wohl jedem klar. Und den nimmt man abends zu sich.Also hat er einen Plan aufgestellt für drei Wochen, die jeder durchhalten sollte. Aber auch schon nach 1 Woche würden sich sehr gute Effekte einstellen, nach 2 Wochen noch mehr und wer die drei Wochen voll macht, hat sich was Gutes getan. Er meint, es sei aber kein Drama, wenn man es nur eine Woche schaffen würde. Dann würde man schon einige Erkenntnisse für sich mitnehmen können und später könne man dann einen neuen Versuch starten. Ich finde es gut, dass er dem Leser hier keinen Druck aufbaut.Der Fasten/Speiseplan sieht so aus: zwei flüssige Nahrungsaufnahmen am Morgen und am Abend, mittags ein festes Essen. Die flüssigen Sachen sind Smoothies, Suppen, Säfte, aber alles selbst zubereitet. Die festen Sachen sind Fisch, auch Wild, Hühnchen, Gemüse natürlich, schwarzer oder wilder Reis, nur um ein paar Ideen zu geben. Kaffee gar nicht, kein Alkohol, gesundes Wasser ja, Tee grün oder Kräutertee ja. Sehr viel trinken zum Ausscheiden der Gifte. Die ersten Tage wird es hart werden, so meint der Autor, dafür hat er vor der eigentlichen Kur eine Woche Hinführung mit Essensumstellung angeboten. Er gibt auch Hilfe, wenn es während der Kur zu Problemen kommen sollte. Oder Verstopfung auftritt.Was ich besonders gut an dem Buch finde, ist die Betrachtung des ganzheitlichen Menschen: also nicht nur seinen Körper anschauen, sondern auch auf seine Gedanken achten, auf die Bauchstimme hören, die einen immer richtig leitet. Der Autor schaut auf Geist, Körper, Seele, Er bietet Meditationen an und Wellnessprogramme wie Sauna, Massage, Abbürsten. Das ist sehr gut aufgearbeitet und komplett. Zudem sind seine fachärztlichen Erklärungen sehr gut, einleuchtend und klar. Er hat sich von den Fesseln der Pharmaindustrie gelöst, ohne diese zu verdammen. Auch auf Medikamente geht er ein, indem er viele Patientenbeispiele gibt. Er lässt auch seine Patienten in ihren Erfahrungsberichten zu Wort kommen.Was mir nicht so gut gefällt, ist das mühselige Einkaufen der Zutaten. Die Rezepte sind ausgewogen und von sicherlich sehr guten Fachleuten bezügliche der notwendigen Stoffe zusammengestellt. Allerdings sind das bestimmt Leute, die den ganzen Tag nichts anderes machen als zu kochen. Die Zutaten sind zum Teil exotisch und nicht überall verfügbar. Dann braucht man immer nur kleine Mengen. Dann braucht man Dinge, die man meistens nicht zuhause hat, auch wenn man sich gesund ernährt. Wenn ich das nachkoche, werde ich sicher einiges weglassen oder vereinfachen. Zudem muss alles frisch zu sich genommen werden, da habe ich ja den ganzen Tag nichts anderes mehr zu tun als einzukaufen und zuzubereiten. Ich werde das vereinfachen, das ist schon mal sicher.Er hat eine Liste der Zutaten aufgeführt, die man nicht essen darf. Dem gegenüber gestellt hat er eine Liste von während der Kur möglichen Lebensmitteln. ich denke, man kann sein eigenes Programm schaffen. Er betont zwar, dass die Zutaten so sein müssen wie aufgeführt, da dann alle notwendigen Vitamine und Ballaststoffe abgedeckt sind, aber ich sehe das für die kurze Zeit nicht so dramatisch. Es müssen aber immer zwei flüssige und eine feste Mahlzeit sein, auch nicht weniger. Ich denke, das überlebt man wirklich.Fazit:Sehr gutes und übersichtliches Buch, gut strukturiert, sehr verständlich, kein Fachchinesisch, auch für absolute Laien ist alles zu verstehen. Die Rezepte sind zwar meisterhaft (zu meisterhaft, Hausfrau kocht anders), mir aber zu kompliziert im Einkaufen, nicht im Nachkochen. Zudem hätte ich mir eine einfache Einkaufsliste gewünscht, die ich mitnehmen kann oder aus dem Buch kopieren kann. Deshalb ziehe ich einen halben Stern ab und gebe 4,5 Sterne.--------------------Nachtrag und meine Ergebnis am 9.5.2015:Ich habs getan. Ich habe 3 Wochen durchgehalten und mein Fazit lautet: das hat sich gelohnt. Die ersten drei Tage sind die schlimmsten. Wenn man das durchhält, dann wird es besser und in der dritten Woche ist es richtig gut. Da nämlich tut sich am meisten im Körper.Ich habe das Kochen vereinfacht: Hähnchen, Fisch, Wild gepaart mit Gemüse oder Salat. Natürlich habe ich mich daran gehalten, nur die Zutaten zu verwenden, die erlaubt sind (und Bio gekauft, wenn es ging. Natürlich weiß ich nicht, ob wirklich Bio drin war, muss es ja glauben). Ein Mal am Tag gegessen, wobei ich das Essen auf den Nachmittag legte, damit ich abends durchhalte. Bei Gelüsten habe ich Trockenobst, Obst oder Nüsse gegessen. Oder einen Apfel mit Mandelmus für die süßen Gelüste. dann habe ich extra stark gewürzt, aber kein Cayennepfeffer. Der Gaumen braucht Gewürze, dann freut er sich. Und viel getrunken. Das Weglassen des Kaffees war für mich am schwersten, aber dann ging es auch. Für unterwegs habe ich am Vortag Hähnchenbrust gebraten und eine Salatgurke oder Möhren eingepackt.Fazit: Energiepegel steigt an, man braucht weniger Schlaf, die Haut wird straff. Kilos purzeln so ganz nebenbei (ist natürlich schön). Das Unglaubliche aber ist ab der dritten Woche: Obwohl ich nur ein Mal am Tag aß, kam so viel am anderen Ende täglich raus, dass ich das nicht glauben konnte. Und das ist so aktiv geblieben. Zudem ist der Darm so aktiviert, dass er eine Stunde nach dem Essen schon wieder bereit ist zur Ausscheidung. Drohte Verstopfung, habe ich einen Esslöffel Olivenöl zum Schmieren geschluckt. Ich kann dieses Clean jedem ans Herz legen. Ich hätte dieses Ergebnis so nicht erwartet. Gestern habe ich mir einen Eisbecher gegönnt, dachte, ich muss mich mal belohnen. Nach über drei Wochen war der Genuss gar nicht so groß, weil der Körper so sensibilisiert, dass er weiß, dass das ungut ist.Ich bin total begeistert und habe nach drei Wochen keine Gelüste auf Brot, Käse, Spaghetti und nicht mal Schokolade. Der Körper ist total im Gleichgewicht und meine Psyche ist es auch.