Mit der Herausgabe der restituierten Choralmelodien ist den Leitern und Mitwirkenden von Choralscholen ein neues Standardwerk "an die Hand" gegeben worden, das das Graduale Triplex ersetzt. Nun, eigentlich ist es wieder ein Triplex-Graduale, denn oberhalb und unterhalb der Quatratnotation auf 4 Linien sind Neumen vom Metzer bzw. St. Galler Typ fein gezeichnet. Das Material für die Wochentage wurde herausgenommen und ist für einen Folgeband vorgesehen, was den Vorteil hat, dass das Buch - bei verbesserter Lesbarkeit - nicht zu schwer wurde, um es in der Hand zu halten. Ein Graduale mit Neumen ist ja für die Studierstube wie auch für den Praxisgebrauch gedacht, ein schwieriger Spagat, den das GrN (so seine Abkürzung) bestmöglich schafft. Dazu trägt auch die übliche (und eben notwendige) Qualität der Ausstattung bei, chamoisfarbenes Dünndruckpapier mit Fadenheftung, 3 Lesebändchen und ein Einband, der auch aufgeschlagen liegen bleibt.Wer sich über Kreuze empört (in diesem Falle über die Notenzeichen, die eine Note um einen Halbton erhöhen), der wird in diesem Graduale Grund zur Aufregung finden. Die Komponisten des Graduale hielten sich nämlich nicht an die (erst später auftauchende) Musiktheorie der 8 Kirchentöne. Und je mehr Forschung getrieben wird, desto mehr Differenziertheit findet man, ist es nicht göttlich?Ein gelungenes Werk.