Ich habe diesen Roman mit großer Freude gelesen und fand ihn mal wieder sehr spannend.Es werden insgesamt 4 Leichen gefunden, denen jeweils das Herz entnommen wurde und z.B. im Froster oder eingewickelt im Papierkorb aufbewahrt wurden. Ich fand es schon etwas makaber, aber sowas sorgt eben für Spannung. Bei jedem Mord wurde ebenfalls ein Heftchen mit Streichhölzern gefunden. Anfangs waren es 5, allerdings wurden diese bei jeder Leiche weniger. Diesen „Countdown“ fand ich wirklich gelungen und er hielt meines Erachtens die Spannung aufrecht. Das letzte Streichholz gilt übrigens einem von Kluftingers Kollegen…Wenn Kommissar Kluftinger nicht gerade mit dem Mordfall beschäftigt ist, bereitet ihm seine Gesundheit Sorgen. Ständig verspürt er ein Stechen im Brustkorb und als er widerwillig bei Dr. Langhammer in die Sprechstunde geht, wird er Zeuge eines Telefongesprächs des Arztes. Kluftinger denkt, dass es sich hierbei um eine Konversation mit einem Facharzt für Herzprobleme handelt und dass es um des Kommissars‘ Gesundheit alles andere als gut steht.Daraufhin stellt Kluftinger seine Ernährung um…Kässpatzen ade. Es folgen zudem viele sentimentale Momente, in denen er sich fragt, was wohl Erika und sein Sohn Markus ohne ihn machen werden. Sogar ein Testament setzt Kluftinger auf, welches er am Ende aber wieder vernichtet, da sich diese ganze Herzsache nur als Irrtum herausstellt.Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Roman wirklich sehr spannend war. Wie bereits oben genannt, war dieser „Countdown“ sehr gelungen und Kluftingers Herzensangelegenheiten sorgten für den nötigen Humor.
Herzblut vorbestellt, gelesen, so wie alle Kluftinger, so wie es sich für einen "Eingeborenen" Altusrieder schliesslich gehört...(auch wenn Klufti sich bereits weit vom Dorf entfernt hat und Richtung "Mainstream" geht)....Insgesamt hat er mir sehr gut gefallen, von der Geschichte her, den Beschreibungen und dem Schreibstil für mich einer der besten Kluftinger. Kluftinger kam mir als Mensch näher, auch seine Kollegen und auch manche anderen Protagonisten. Besonders gefallen haben mir die angerissenen Hintergründe des Jahrmarktgeschäftes, den Menschen dort. Der typische Allgäuer Humor wurde etwas zurückgefahren, dafür wirkte die Story plausibel.Was mir nicht gefallen hat: Skypen und Yoga waren völlig übertrieben und nicht lustig. Auch der ständig bösartig motzendeKluftinger-Junior: wenn mein Sohn so laufend mit mir reden würde, würde ich dies mir verbitten: also auch nicht lustig.Und zum Schluss zu hat mir das dauernde Fluchen des Kommissars richtig genervt, hat auch gar nix mit Allgäuer Humor zu tun.So sind sicher manche Stellen, die lustig sein sollten ins Gegenteil gerutscht. Auch die Idee mit den ausgerissenen Herzenist fürs Allgäu völlig übertrieben. Aber dies ist ein Problem der Krimi-Industrie insgesamt: immere noch verrückter, extremer. Ich meine: "normale" Morde und dazu eine gute Story reichen völlig aus, lese ich lieber.Fazit: ein super Krimi mit ein paar nervigen Stellen, aber auf jeden Fall empfehlenswert.
Krimifreunde, die diese beiden Nachnamen zweier Herren aus dem schönen Allgäu noch nicht kennen, sind keine echten Krimifreunde. Genau wie Literaturfreunde, die das Autorenduo geringschätzen, weil ihre Art der Literatur offen zur kriminellen Seite des Menschen steht. keine echten Literaturfreunde sind. Meine ich felsenfest. Bei K & K hat man gar nicht selten nicht nur das Gefühl, sondern eine recht massive Gewissheit, dass es sich nicht gehört, die Worte Kriminal und Literatur voneinander abzugrenzen, weil nicht nur die mit dem K (also nicht nur Klüpfel und Kobr) richtig gute Romane schreiben, wo vor allem real gelebt und das hier und heute in all seinen Schattierungen von silberhell bis kackbraun in seinem alltäglichen Leben vorgestellt und fein säuberlich verknüpft wird mit denen im Hintergrund und jenen ganz oben und ganz unten. Was sie halt so denken und tun und treiben im Allgäu, das in allen wichtigen Momenten unser ganzes Land und die Länder und hinter unseren Grenzen einbezieht wie im tatsächlichen Leben.Übrigens: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie viele Gesetze der Hundertjährige brach, nachdem er vor Jahren aus dem Fenster seines Altenheims stieg und verschwand? Das in den letzten Jahren hochgelobte und begeistert gelesene Buch mit dem ellenlangen Titel könnte nämlich durchaus unter der Rubrik "Kriminal Literatur" rangieren.