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Kundenbewertungen ★★★★½ 4.7/5

★★★★★ alex.mg
Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: dieses Buch ist ein echter Knaller. Mutig und zeitlos.Es stimmt schon, was offenbar alle anderen Rezensenten hier geschrieben haben: das Buch endet genau an der Stelle, in der Hildegunst endlich im Labyrinth ist. Und das war so von Moers auch nicht geplant, wie man unschwer der Einleitung, dem Nachwort und den Interviews entnehmen kann. Aufgrund der zumindest sehr, wenn nicht gar extrem hohen Erwartungen, die wohl jeder Leser der Stadt der träumenden Bücher an dieses neue Buch hatte, muß also zwangsläufig ein Gefühl der Enttäuschung zurück bleiben. So ist das durchaus auch bei mir. Das Buch, dass wir alle erwartet haben, kommt eben erst noch. Zeit genug also, sich mit dem Labyrinth der träumenden Bücher zu beschäftigen.Leider scheint es so zu sein, dass sich einige der Rezensenten nicht die Zeit genommen haben, das Gelesene zu reflektieren. Der Vorwurf, die Sequenz im Puppae Circus Maximus sei eine reine Wiederholung der Geschichte der Stadt der träumenden Bücher, ist völliger Unsinn. Natürlich, der Plot ist bekannt, und wird auch nicht neu erfunden; aber seit wann geht es bei Moers um den Plot? Vielmehr handelt es sich bei dieser Sequenz um die Moersche Adaption seines Erfolgsbuches als Musical, Theaterstück oder sogar Film. Die Beschäftigung mit der realen Adaption zum Comic wird hier wohl auch eine gewisse Motivation geliefert haben. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, die Stadt der träumenden Bücher als Musical zu sehen.Was vielfach als Weitschweifigkeit bezeichnet wurde, scheint eher die vergleichsweise kurze Handlung zu sein. Das Verweilen bei den einzelnen Themen, wie der Theateraufführung seines Buches, dem Studium des Puppetismus, oder auch seiner Erkundung der Stadt ist keinesfalls zu lang. Gut, die Handlung wird dadurch nicht vorangetrieben, dennoch handelt es sich um spannende, vor Kreativität strotzende Passagen auf gewohnt hohem Sprachniveau, die keineswegs zwangsläufig Langeweile aufkommen lassen; hier trübt wohl eher der persönliche Bedarf nach Action den Genuß.Wenn auch unauffällig, so ist die Entwicklung des Charakters von Mythenmetz dennoch enorm. Wer unmittelbar nach dem Lesen des Labyrinths wieder zur Stadt greift, bemerkt schon auf den ersten Seiten, wie jung, unerfahren und nervig Mythenmetz dort vergleichsweise ist. Der Vorwurf, dass im Labyrinth nichts passiert, kann also nicht ganz richtig sein.Was offenbar den meisten unbefriedigten Lesern des Labyrinths fehlt, so entnehme ich es den zahlreichen Gesprächen, ist die Förderung des Eskapismus. Grob zusammengefaßt unterscheiden sich die beiden Bücher in diesem Bereich darin, dass Moers mit der Stadt eine heile Welt der Gemütlichkeit, nicht nur für Leseratten, geschaffen hat, in der sich völlig unbelastet von Problemen, Unannehmlichkeiten und Zusammenhängen der realen Welt verweilen läßt. Im Labyrinth erfindet er Buchhaim neu, diesmal aber als Karikatur der realen Welt, natürlich gefiltert nach den für ihn relevanten Themen. Seine Seitenhiebe auf das Verlagswesen sind mit diesem Hintergrund nicht mehr so unschuldig wie zuvor, auch die Qualmoirs lassen unweigerlich Gedanken an ein immer noch ungelöstes gesellschaftliches Problem in der echten Welt aufkommen. Der Puppetismus enthält dutzende von Gedanken oder Ansichten zu Film, Theater, Musical, aber natürlich auch Puppenspiel. Kurz, das Labyrinth der träumenden Bücher ist ein erwachsenes Buch.Und jetzt doch noch das eigentliche Fazit: Das Labyrinth der träumenden Büchern ist kein Mythenmetz-in-Buchhaim-Roman. Es ist aber mehr als nur die Ouverture zu dem Buch, das hoffentlich bald noch kommen wird. Ich sehe es als einen den Hildegunst-in-Buchhaim-Zyklus ergänzenden Roman, in der die Stadt Buchhaim der eigentliche, eben auch nicht allzu schnell und viel handelnde Protagonist ist. Dieses Buch wird man auch noch in 10 oder 20 Jahren gerne zur Hand nehmen, gerade weil es keine Rolle spielt, dass man den knappen Plot schon zig mal gelesen hat.
Sensoren EAN 9783844510058

Moers, Walter: Das Labyrinth der Träumenden Bücher

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Produktfakten auf einen Blick zur EAN 9783844510058

EAN
9783844510058
Hersteller-Artikelnr.
1226176
Kategorie
Sensoren
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Produktbeschreibung

Mehr Zamonien für weniger Geld Hier ist das Buch der Bücher für alle Buchliebhaber: Das Labyrinth der Träumenden Bücher spielt wieder auf dem phantastischen Kontinent Zamonien, in der Stadt Buchhaim, wo Hildegunst von Mythenmetz, der schriftstellernde Lindwurm, seinen Zuhörern einen weiteren Teil seiner abenteuerlichen Autobiografie erzählt. (2 mp3-CDs, Laufzeit: 14h 42)
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