... der Debutroman der Autoren. Als Trabrennfan bin ich natürlich nach der Vorstellung des Buches beim kürzlich stattgefundenen Renntag in Bayern ganz besonders gespannt gewesen, was die beiden Autoren aus der Szene schreiben. Nicht nur das war gut, sondern auch die (Krimi-) Handlung. Gerne mehr davon in diesem Stil und mit dem sympathisch dargestellten Ermittlerteam !
★★★★★
Josef Maria Wagner
07.07.2023
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Eines der häufigsten Probleme bei vielen Bayernkrimis ist in meinen Augen die Glaubwürdigkeit. Deshalb freut es mich sehr, wenn ich ein Erstlinkswerk entdecke, das damit überhaupt keine Probleme hat. Das Lebensfeld und die Handlungsweisen der Personen sind natürlich dargestellt. Für mich kommt eine kleine Vertrautheit mit den örtlichen Gegebenheiten hinzu, weil ich Pfarrkirchen und Umgebung aus einem Teil meiner Jugendzeit kenne.Der Hintergrund des Trabrennsports war mir dagegen fast gänzlich fremd. Deshalb hatte ich beim Kauf ein wenig gezögert, aber die Neugierde hat gesiegt. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Das Erlesen ist insgesamt eine gute Unterhaltung, bei der ich anfänglich keine Kritikpunkte entdecke. Die Ausrichtung auf diese Sportart bereichert mich.Spannung entsteht durch mehrere Tatmotive, die mögliche Täter vermuten lassen. Jenseits der Eberhofer-Peinlichkeiten ergibt sich der Humor feinsinnig, dezent und natürlich aus den Beziehungen der Personen, die nicht immer konfliktfrei sind. Land und Leute werden ohne Übertreibungen und nicht wie so häufig zum Nachteil von Niederbayern dargestellt.Die Polizeiarbeit ist klassisch angelegt oder was man gewöhnlich dafürhält. Mehrere Motive und überraschende Wendungen sind für viele Krimis üblich. Leser bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Mitteilungen, Erwartungen und Mitermitteln. Geschickte Autoren geben den Lesern Anhaltspunkte für die Aufklärung von Taten. Leider ist bei Ausgetrabt ein Mitermitteln, das zur Auflösung führt, fast unmöglich.Zwei Kleinigkeiten: Die Auslassungszeichen für Vokale in gesprochenen Wörtern sind für preußische Leser vielleicht eine Hilfe, für bayerische aber störend und vor allem inkonsequent, weil meist auch die [e]-Endungen verkürzt werden. Ein niederbayerischer Kommissar verwendet das Unwort lecker nicht.