1944, die letzten Tage vor der Alliierten Invasion, sowie die besatzungsgebeutelte Normandie geben natürlich eine tolle Kulisse für diesen Agententhriller ab. Und der Autor bringt sie uns gekonnt und detailliert nahe. Die Sprache ist einfach zu lesen, sodass man nur so durch die Handlung und der britische Agentin Felicity Clairet auf ihrem Einsatz hinterhereilt.Seltsamerweise hat mir irgendetwas gefehlt, um ihr als Protagonistin wirklich nahe zu kommen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Follett ihrem Gegenspieler, dem Nazi Major Dieter Franck, da sogar mehr Aufmerksamkeit widmete. Die Diskrepanz des gebildeten, fast feinfühligen Menschen mit Sinn für schöne Kunst und Literatur, dem Familienvater und andererseits der kalten Intelligenz des Abwehrexperten mit teuflischem Talent zur Folter, die er mit furchtbarer psychologischer Perfektion einsetzt, dann aber jedes Mal mit einem schweren Migräne-Anfall bestraft wird...Aber hier liegt auch der Hase im Pfeffer: die sich immer mehr auf ein Duell der beiden zuspitzende Handlung war zu erwarten, dass die Heldin diese Aufgabe aber mit fünf Frauen, die in nur 2 (!) Tagen eine Kurz-“Ausbildung“ erhielten, gegen diesen Superstar der Spionageabwehr und eine gut bewachte, kriegsentscheidend wichtige, Funkstation im Gestapo Hauptquartier der Region durchstehen muss und kann, fand ich zu dick aufgetragen. Das hätte eher zu einem rasanten Action-Film gepasst. Follett ist jedenfalls ein geschickter Schreiber von filmreifen Szenenwechseln.Auch weiß man schon im Vorfeld, wo es dramatisch wird und fürchtet all die bösen Überraschungen kommen. Man errät auch einige der Sympathieopfer und den knappen Sieg der „Guten“.Für Fans dieses Genres, die sich jedoch nicht von so manchen (zu?) detaillierten, schmerzlichen (Folter-)Szenen aus der Ruhe bringen lassen dürfen, aber sicherlich eine Empfehlung und ein spannendes, kurzweiliges Leseerlebnis.
Was sagte George Bush einst über Condoleezza Rice? "Sie erklärt mir Außenpolitik so, dass ich sie verstehe." Genauso erkärt uns Ken Follet regelmäßig die Geschichte : etwas vereinfacht, keine Klischees auslassend aber spannend und unterhaltsam."Die Leopardin" handelt in Frankreich im Frühling 1944 kurz vor der amerikanischen Invasion ("D-Day") in der Bretagne. Ein Team von Agentinnen unter der Führung von Felicity Clairet plant einen Sabotageakt um die Landung vorzubereiten. Es entwickelt sich ein spannendes Katz- und Mausspiel zwischen den Frauen und der Gestapo.Der Roman liest sich wie üblich recht geschmeidig, alles ist logisch und glaubwürdig erzählt. Nachdem von der damaligen Zeit eine besondere Faszination ausgeht (schließlich entschied sich das Schicksal von ganz Europa in jenen Wochen), fand ich das Buch besser als einige andere Romane Follets, die z.B. im Amerika der 50er Jahre spielen.Recht drastisch sind dabei die Folterszenen beschrieben - es ist aber zu befürchten, dass die Realität noch viel grausamer ist, als sich der Leser auszumalen vermag. Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Autor auch diesmal wieder eine kleine Sexszene in die Handlung geschmuggelt hat - wirkt genauso deplatziert wie schon in den Säulen der Erde, vermutlich so eine Art "running gag"?Alles in allem kann man nichts falsch machen, wenn man dieses Buch liest. Es ist spannend, unterhaltsam und gut geschrieben - andererseits wird es aber auch keine all zu tiefen Spuren im Gedächtnis hinterlassen - ein typischer Follet eben!