Es ist das erste von einem Nichtphysiker geschriebene Buch über die Quantenwelt, das ich gelesen habe. Lothar Schäfer ist nämlich emeritierter Professor für Chemie. Das Werk ist für einen halbwegs versierten Nichtfachmann, wie ich es bin, gut verständlich und angenehm zu lesen. Die Schlüsselpassagen sind entsprechend hervorgehoben, sodass man später leicht darauf zurückgreifen kann. Man merkt die didaktische Erfahrung des Autors.Neu für mich war die Befassung der Quantenphysik mit der Frage des Lebens. Im Themenbereich Quantenphysik und Geist führt es weit über das hinaus, was ich bisher gelesen habe. Der Buchtitel verrät bereits, dass dem Werk eine klare Tendenz zugrunde liegt: Naturwissenschaft führt schnurstracks zur Transzendenz, zum Geist hinter der Wirklichkeit. Auch wenn ein Schöpfergott nicht zur Sprache kommt, scheint deutlich durch, was gemeint ist. Der Ansatz ist interessant, doch frage ich mich, ob die Abkürzungen des Weges zulässig sind.Aus diesem Grund habe ich mit einem fachkundigen Freund aus Russland unterhalten. Er ist Professor für Quantenfeldtheorie und bezeichnet isch als "wissenschaftlichen Atheisten". Seiner Meinung nach geht es im Buch weniger um Naturwissenschaft als um Philosophie. In der Darstellung der Quantenphysik seien die gesicherten Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte kaum berücksichtigt. Dafür kämen zu sehr ungesicherte Spekulationen zu Wort. Das einzige naturwissenschaftliche Element, das über die Materie hinausweise, sei die immaginäre Zahl (Wurzel aus minus eins).Trotz dieser Vorbehalte kann ich das Buch empfehlen und würde gerne ein Buch lesen, in dem der Autor die vorgenannten Einwände (implizit) entkräftet oder auflöst.