Thomas Krämer und Manfred Dings sind beide seit mehreren Jahrzehnten Professoren für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Saar. Das „Lexikon für Musiktheorie“ erschien ursprünglich 2005 und 2010 in einer zweiten, erweiterten Auflage. Im Vorwort heben die Autoren die Einzigartigkeit ihres lexikalischen Ansatzes bzgl. Musiktheorie hervor und stellen auch gleich klar, dass sie sich auf musiktheoretische Kernbereiche wie Harmonielehre, Kontrapunkt, Generalbass oder neue Satzlehre konzentrieren. Nicht behandelt werden Schlagwörter aus Formenlehre, Akustik, Instrumentalkunde oder Gehörbildung. Geboten werden solle ein „Primärzugriff“ der an der Oberfläche bleiben müsse. Zur vertiefenden Beschäftigung mit speziellen Fragen wird auf Fachliteratur verwiesen, die auf den letzten Seiten des Buches nach Themenbereichen gelistet wird.Trotz dieser inhaltlichen und den Umfang betreffenden Einschränkung ist den beiden Autoren ein nützliches und hilfreiches lexikalisches Büchlein gelungen. Gelistet wird von A-Z, abgedeckt werden ca. die musikhistorischen Epochen von 1600-1900. Die Artikel zu den Stichworten sind zweizeilig bis zweiseitig, knapp, präzise und auf den Punkt formuliert. Nahezu jeder Artikel ist mit einem, einige sogar mehreren, erläuternden Notenbeispielen aus der Literatur versehen und so werden auch noch die theoretischsten Themen anschaulich, greifbar und nachvollziehbar.Zu empfehlen ist das Lexikon theorieinteressierten Musikern, Musikforschern und -liebhabern vom reifen Schüleralter, über Musikabitur bis ca. zum studentischen Vordiplom (ca. 14-20 Jahre). Für professionellere Ansprüche ist es dann keine voll belastbare Informationsquelle mehr, da muss man dann zur entsprechenden Fachliteratur greifen, aber das haben die Autoren ja bereits im Vorwort vorausgeschickt. Allemal eignet sich das Lexikon für Fortgeschrittene jedoch auch als anregender Stichwortgeber um einmal erlerntes, diffus gewordenes und zu wenig angewandtes Wissen zu wiederholen und aufzufrischen.Etwas mehr Stichwörter hätte man vielleicht in die Bereich Jazz, Rock, Pop und Theorien des 20. (und 21.) Jahrhunderts investieren können, aber dafür sind die Autoren vermutlich keine Fachleute und halten sich entsprechend zurück. Und das geht in Ordnung. So wie es ist, gibt das Buch auf viele prinzipielle, musiktheoretische Fragen knackige Antworten und ist somit als Lexikon für die entsprechende Zielgruppe sicherlich eine lohnenswerte Investition.
hier ist einer der Musiktheoriestudenten, von denen der Rezensent vor mir sprach. Leider kann ich mit dem Lexikon nicht viel anfangen. Das dort enthaltene Wissen reicht vielleicht für einen Nebenfach-Studenten, aber als Hauptfach-Student finde ich eigentlich keine Fachbegriffe, die ich noch nicht kenne und nicht in jedem allgemeinen Musik-Lexikon finden könnte.Ich habe eine Zeitlang jeden Begriff parallel im "Lexikon Musiktheorie" und im "Schülerduden Musik" nachgeschlagen. Das Lexikon hat dabei leider schlechter abgeschnitten, obwohl es doch auf Theorie spezialisiert sein soll. Manche Begriffe fanden sich im Lexikon überhaupt nicht.Spezielle Begriffe wie "harter Durchgang" finden sich in keinem der beiden Nachschlagewerke, wobei ich mir das vom Duden auch nicht erwartet hätte, vom Lexikon Musiktheorie jedoch schon.Das "Lexikon Musiktheorie" ist nicht schlecht, es ist nur leider überflüssig, weil jeder Student mit dem guten alten "Schülerduden Musik" genauso gut wenn nicht noch besser bedient ist.Für Theoriestudenten ist das Lexikon nicht geeignet.