Es heißt, man weine in Verbindung mit Mannheim immer zwei Mal: Zum ersten Mal bei der Anreise und dann, wenn man es wieder verlässt. Das bodenständige Mannheim trägt seine guten Seiten nicht prahlerisch vor sich her, es gilt vielmehr, sie nach und nach zu entdecken. Das gelingt mit Hilfe von Cornelia Lohs schön bebildertem Band „111 Orte in Mannheim die man gesehen haben muss“ wirklich gut. Die Journalistin hat sich auf die kurpfälzische Metropole eingelassen und zeigt sie von ihrer Schokoladenseite.111 Orte – 111 Geschichten – 111 Fotos:Über Stéphanie Napoleon, die ins Badische verheiratete Adoptivtochter des Franzosen, erzählt Cornelia Lohs beispielsweise eine zauberhafte Geschichte über deren Diadem, welches in London auftauchte und 2007 vom Land Baden-Württemberg erworben wurde. Seither ist es im Mannheimer Schloss zu besichtigen.Das Kaufhaus P & C an Mannheims Flaniermeile wurde von dem New Yorker Richard Meier entworfen, der auch das Getty Center in Los Angeles und den City Tower in Prag entworfen hat.Die Autorin entführt ihre Leserschaft aber auch in schöne Läden, interessante Museen und erzählt von den bahnbrechenden Erfindungen, die in Mannheim passierten.Mit Marie Bernays erinnert sie an die erste weibliche Abgeordnete im Badischen Landtag. Diesen Sprung schaffte sie im Jahr 1921. Bernays hatte in Heidelberg studiert und bei Max Weber promoviert.Es sind diese Geschichten, die den Band lesenswert machen. Ein Lese-Ereignis, auch wenn man denkt, Mannheim schon zu kennen. Eine Kaufempfehlung für Mannheim-Liebhaber und für alle, die es werden wollen!