Martin Buber scheint mir mehr als nur ein "großer Lauscher" zu sein, der mir die vergangene Welt der Chassiden (Ost-Juden) lebendig werden lässt. Er schafft es in diesem Werk die Essenz der Weisheit dieser vergangen Kultur in klare Worte zu fassen ohne mich zu belehren. Die Geschichten anhand deren er dies vollbringt, bemächtigen sich mir nicht sondern regen mich zum Reflektieren an und geben mir Rätsel auf, deren Lösung dann mein echter persönlicher Gewinn sind. Wer allerdings Anweisungen sucht nach dem Muster "tu dies, tu das, dann ist es richtig", der wird von diesem Buch enttäuscht sein.Ich bin von Beruf Feldenkrais-Lehrer und versuchte die Methode aus ihrem Ursprung heraus zu verstehen: hier wurde ich fündig. Der Weg des Menschen, der hier gezeichnet wird ist auch der Weg den ich in meiner Arbeit gehe. Er wird dort erlebbar und lebendig.Ich finde das Buch so lesenswert, dass ich es schon merhfach an Familie, Freunde und Klienten verschenkt habe.Herzliche Grüße
Schon lange begleitet mich diese kleine Büchlein mit seinen gerade einmal 50 Seiten. Jetzt benötigte ich es als Geschenk für eine gute Freundin zum Umbruch in ihrem Leben.Unterhaltsam, gut verständlich und kurz und knapp beschreibt Martin Buber 1947/48 demjenigen den Sinn seines Hierseins, der mit etwas mehr Tiefgang seinem eigenen Weg auf der Spur ist. Es beginnt mit eben jener Selbstbesinnung als Vorbereitung auf den besonderen (eigenen) Weg, der Entschlossenheit braucht. Denn er beginnt bei sich selbst (nicht bei den anderen!), aber er warnt auch vor dem heute weit verbreiteten "Sich mit sich nicht befassen". Der vermeintliche Widerspruch macht neugierig. Und dann wird es zum Schluss konkret, denn nicht dann und dort sondern "Hier wo man steht" beginnt im jetzt und hier der eigene Weg... Sehr empfehlenswert, unterhaltsam und mit Hilfe ausgewählter und sehr passender "Chassidischer Erzählungen" zum Nachdenken anregend.