Foucault hat sich immer für die Macht interessiert und was sie aus den Menschen macht. Der Akt der Subjektivierung ist ein Akt der Macht. Foucault hinterfragt die Vorstellung der Moderne von Sexualität. Er will mittels seiner historischen Analyse beweisen, dass die Vorstellungen von Sex und Sexualität nicht einer repressiven Machttechnologie entsprungen waren, sondern, dass der Mensch, wie der Titel es schon ankündigt einen Willen zum Wissen über den Sex durch Diskurse generiert hatte. Und diese Generierung kommt nicht von irgendwo her. Sie hat ihre lokalen Erzeugungspunkte, die Foucault anhand der Orte festmacht, an denen zu einem gewissen Zeitpunkt in der Geschichte postprägende Aussagen zu dem Thema Sex gemacht worden sind. Dabei gibt es Brüche im Denken der Menschen an historischen Orten zu einer Zeit. Das was die Griechen und Römer nach als Ausdruck einer Körperkunst gelebt hatten - in Form einer "ars erotica" (Foucault:75) - wurde im Abendland zu einer "scentia sexualis" - und damit zu einer regulativen Institution, die uns allen sagt, wie wir Sex zu machen haben bzw. was unter einer Sexualität zu verstehen ist. Einen Bruch im Denken der Menschen datiert Foucault in das MA und benennt eine neue "Ermittlungsmethode", die uns bis in die neue Zeit begleiten wird - das Geständnis. Wer schon mal auf der Couch gesessen hat oder ein Bewerbungsgespräch oder Assessmentcenter durchlebt hat, der musste versuchen sich im Gespräch zu offenbaren. Das ist die Funktion des Geständnisses. Menschen wollen von Menschen etwas wissen. Sie wollen wissen - ob wir in unseren Einstellungen und einem daraus prognostizierten Verhalten einer kulturellen Strategie entsprechen. Die zwei Fragen sind dann: Wer schätzt mich ein und wie und welche Konsequenzen hat dies für meine zukünftige Handlungsfreiheit?