von Anfang bis Ende.Hätte man eine Zeitmaschine, man müsste sie tatsächlich nutzen, um dabei zu sein und die Umstände mit zu erleben, die zu der Katastrophe der Helden geführt hat.
Nachdem ich die Serie "The Terror" gesehen und Simmons gleichnamigen Roman gelesen hatte, wollte ich mich näher mit dem Thema Franklin-Expedition beschäftigen und stieß dabei auf dieses Buch, welches Simmons auch als eine Quelle für seinen Roman angegeben hatte.Das erste Drittel des Buches enthält kurze Beschreibungen zu den Funden der unzähligen Such-Expeditionen, die Franklins Spuren folgten. Der forensische Anthropologe Beattie begibt sich dann zu Beginn der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts nach King William Island um anhand der Beschreibungen die Knochen der zuletzt Verstorbenen der Franklin-Expedition zu finden und mit modernen Methoden zu untersuchen. Seine Funde sind allerdings ernüchternd. Bis auf ein paar verstreute Knochenfragmente ist nichts mehr übrig. Aus diesem Grund reisen Beattie und sein Team nach Beechey Island und exhumieren die drei Leichen der zuerst verstorbenen Teilnehmer der Franklin-Expedition. Hier hat Beattie nun mehr Glück: die drei Leichen befinden sich durch die Konservierung im Permafrostboden in einem hervorragenden Zustand.Zentraler Mittelpunkt ist die Frage: wie konnte die Franklin-Expedition nur so gewaltig scheitern? Wie konnten knapp 130 Menschen ihr Leben verlieren ohne eindeutige Hinweise dafür zu liefern wie und woran sie verstarben, wo der Fehler genau lag. Beattie liefert mögliche Erklärungen. Auch wenn heutige Wissenschaftler nicht mehr ganz einer Meinung mit Beattie sind, was Bleivergiftung anbelangt, so lohnt sich Beatties Buch dennoch, schon wegen der Beschreibungen der lebensfeindlichen Polarlandschaft, der Einsamkeit, in der sich die Franklin-Expeditionsteilnehmer befunden haben mussten. Vor allem die Schilderungen der Exhumierungen und Autopsien der drei Leichen auf Beechey Island in der letzten Hälfte des Buches haben mir einen Schauer über den Rücken gejagt.Das Buch liest sich ziemlich schnell und flüssig und ist auf das Wesentliche reduziert. Man erfährt kaum etwas über Beattie und seine Kollegen (mal abgesehen von ihrer Funktion während ihrer Expeditionen). Zwar hätte ich gern etwas mehr über Beattie und seine Leute erfahren, aber es ist auch nicht so schlimm, dass es fehlt. Die Schilderungen der Suchexpeditionen, die Franklins Spuren folgten hätten auch etwas ausführlicher sein können, aber dafür gibt es andere Bücher, die sich näher mit dem Thema befassen. Alles in allem lohnt sich das Buch für Franklin-Interessierte auf jeden Fall.