Steve Brusatte, einer der weltweit führenden Paläontologen, die in den letzten Jahren die Interpretation fossiler Spuren enorm weiterentwickelt haben, verbesserten die anatomische Klassifikation von Reptilien wie Krokodilen und Salamandern, die ihrerseits Riesenformen wie die Dinosaurier entwickelten, z. B. krokodilähnliche Kolosse, die früher häufig als Dinosaurier fehl klassifiziert wurden, dann die Unterscheidung der zahlreichen zweibeinigen und vierbeinigen Tiere allein durch die Analyse versteinerter Fußspuren, wobei die Vierbeiner eher Pflanzenfresser und die Zweibeiner eher Fleischfresser waren. Die Dinosaurier werden Mittel von den Forschern mehrheitlich nicht mehr als primitive Monster angesehen, der Tyrannosaurus-Rex beispielsweise war kein monströser primitiver Einzelgänger wie er für den Spielfilm von Steven Spielberg noch modelliert wurde, sondern ein Herdentier mit differenzierten Aufgaben für jüngere Tiere und ältere Tiere. Heute weiß man aufgrund vergleichend anatomischer Gestaltanalysen, dass T-Rex ein enger Verwandter der Hühner war und neben Schuppen mit Sicherheit mit bunten Federn oder Vorfedern ausgestattet war, wie eine Analyse versteinerter Melanosomen der Haut von Dinosauriern ergab. Das Skelettsystem, das mit seinen Luftsäcken den heutigen Vögeln sehr ähnlich war und eine kontinuierliche simultane CO2-Abgabe und Sauerstoffaufnahme ermöglichte, reduzierte das Gewicht der Knochen erheblich. Sehr wahrscheinlich war Tyrannosaurus Rex auch ein Warmblütler. Ausgewachsen wog er 16 t wegen seiner enormen Fleischmassen, ihre je drei Zehen der Hinterbeine beidseits trugen das ganze Gewicht der 16 t, er wurde trotz seiner Größe nur etwa 40 Jahre alt (früher hatte man 100 Jahre angenommen), der Zephalisations-Index (nach einem von vergleichenden Anatomen und Paläontologen entwickeltem Maß) betrug 2,2 und lag in der Größenordnung des Zephalisationsindex der Schimpansen.Steve Brusatte möchte vor allem zeigen, (Zitat) dass Dinosaurier keine Aliens und keine Fehlschläge der Natur waren und ganz sicher auch nicht irrelevant, sondern auf den Nord-Kontinenten die dominierende, alles beherrschende Spezies. Sie gediehen äußerst erfolgreich mehr als 150 Millionen Jahre lang und brachten ein paar der erstaunlichsten Tiere hervor, die je gelebt haben - einschließlich der Vögel, den rund 10 000 lebenden Dinosaurierarten der Gegenwart. Heute besteht kein Zweifel mehr daran, dass es sich bei den Vögeln um echte flugfähige „Dinosaurier“ handelt, wie auch niemand daran zweifelt, dass Fledermäuse flugfähige Säugetiere sind. Dinosaurier lebten während drei Perioden der geologischen Erdgeschichte: Trias, Jura und Kreide (die zusammen das Erdmittelalter bilden). Noch interessanter als der Ursprung der eigentlichen Dinosaurier ist der Ursprung der der Dinosauromorphen, die analog differenziert, aber keine echten Dinosaurier waren. Dinosauromorphe, die während der gesamten Trias in Artenvielfalt und Quantität dominierten, waren die Pseudosuchier (Vor-Saurierarten, von denen die meisten ausstarben). Sie hatten eine größere Bandbreite anatomischer Merkmale, ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie mit unterschiedlicher Nahrung, unterschiedlichen Verhaltens- und unterschiedlichen Lebensweisen aufgrund günstiger Umweltbedingungen experimentierten. Manche dieser Tiere waren größer als Tyrannosaurus Rex.Die vulkanischen Eruptionen gegen Ende des Perms, also unmittelbar vor dem Erdmittelalter, dauerten nach Steve Brusatte einige Hunderttausend Jahre, vielleicht sogar ein paar Millionen Jahre. Dabei kam es du kontinuierlichen als zu größeren Eruptionen mit langen Phasen eines langsamen Fließen der Lava. Insgesamt wurde genug Lava ausgestoßen, um damit in Nord- und Zentralasien mehrere Millionen Quadratkilometer zu überschwemmen. Noch heute, 252 Millionen Jahre später, bedecken schwarze Basaltfelsen, die aus dieser Lava ausgehärtet sind, in Sibirien mehr als eine Million Quadratkilometer, ein Gebiet, das etwa so groß ist wie Westeuropa. Ohne diese Lavaströme im Erdmantel gäbe es heute weder Berge noch Meere noch eine bewohnbare Erdoberfläche.Die oben schon erwähnte eigentliche Innovation der Analyse von Fossilien der Wirbeltiere bestand darin, dass Steve Brusatte eine mathematisch-statistischen Matrix von Ähnlichkeiten verwandte, die sich bei der Analyse von Verwandtschaftsbeziehungen der Insekten bewährt hatte. Die Untersuchungen ergaben das verblüffende Ergebnis, dass die Raubsaurier Tyrannosaurus Rex und Velociraptor mit den Hühnern verwandt sind. Noch immer haftet den Dinosauriern das Image der schwerfälligen, primitiven Monster an, die zu groß waren, um zu überleben. Doch bevor sie von der Erdoberfläche verschwanden, beherrschten die faszinierenden Giganten über 150 Millionen Jahre lang unseren Planeten. Modernste Technologien und spektakuläre Funde erlauben nun neue Einblicke in ihre Erfolgsgeschichte. Diesem Zusammenhang sollte unbedingt auch auf die hohen CO2-Konzentrationen zu Zeiten der Dinos hingewiesen werden. Während der Kreidezeit war zeitweise eine 200-fach höhere Konzentration an CO2 als heute in der Atmosphäre nachzuweisen. Es heute an CO2 in der Atmosphäre nachzuweisen. Messungen an Kohlenstoff-Isotopen ergaben, dass es 2500 Kohlendioxidmoleküle pro Million Luftmoleküle in den tropischen Regionen gab. Das ist mehr als sechs Mal so viel Kohlendioxid wie heute. Nach Steve Brusatte sollte man das eine Minute lang auf sich wirken lassen und bedenken, wie besorgt wir über den zukünftigen Klimawandel sind, auch wenn in der heutigen Atmosphäre sehr viel weniger Kohlendioxid als damals vorhanden ist. Die am besten erhaltenen Überreste von Dinosauriern, die in den Wüsten der Trias lebten, kommen aus Gegenden, die auch heute wieder Wüsten sind. Quer durch einen großen Teil der Bilderbuchlandschaft des nördlichen Arizona und New Mexico finden sich Erdpfeiler, Ödland und Canyons, die in den wunderschönen roten und purpurfarbenen Fels eingeschnitten sind. Es sind dies die Sand- und Tonsteine der Chinle-Formation, einer mehr als 500 Meter dicken Gesteinsschicht, die während der letzten Hälfte der Trias vor ca. 225 bis 200 Millionen Jahren im tropischen Pangäa aus ehemaligen Sanddünen und Oasen gebildet wurde. Der Petrified Forest National Park, der auf dem Plan eines jeden Dinosaurier liebenden Touristen stehen sollte, der den Südwesten der USA besucht, weist eine der besten Vorkommnisse der Chinle-Formation auf, mit Tausenden gewaltigen versteinerten Bäumen, die gerade zu der Zeit entwurzelt und unter Sturzfluten begraben wurden, als die Dinosaurier sich in dieser Gegend niederzulassen begannen. Und es war nicht nur die Konvergenz von Dinosauriern und Pseudosuchiern mit ihren analogen Differenzierungen, die den Dinosauriern frühen Erdmittelalter Einhalt gebot. Es gab in der Obertrias mehr Pseudosuchier als Dinosaurier: mehr Arten und eine größere Fülle dieser Arten in einzelnen Ökosystemen. Die Menagerie der Krokodilverwandten von der Ghost Ranch (Fossilien-Fundort)- Phytosaurier, Aetosaurier, Rauisuchier, Effigia-ähnliche Tiere, richtige Krokodile - war nicht nur ein örtliches Phänomen. Es waren verschiedene Gruppen, die in vielen Teilen der Welt gediehen.Die besten Überreste von Dinosauriern, die in den Wüsten der Trias neben den Pseudosuchiern und anderen lebten, kommen aus Gegenden, die auch heute wieder Wüsten sind. Quer durch einen großen Teil der Bilderbuchlandschaft des nördlichen Arizonas und New Mexicos finden sich Erdpfeiler, Ödland und Canyons, die in den wunderschönen roten und purpurfarbenen Fels eingeschnitten sind. Es sind dies die Sand- und Tonsteine der Chinle-Formation, einer mehr als 500 Meter dicken Gesteinsschicht, die während der letzten Hälfte der Trias vor ca. 225 bis 200 Millionen Jahren im tropischen Pangäa aus ehemaligen Sanddünen und Oasen gebildet wurde. Der Petrified Forest National Park, der auf dem Plan eines jeden Dinosaurier liebenden Touristen stehen sollte, der den Südwesten der USA besucht, weist eine der besten Vorkommnisse der Chinle-Formation auf, mit Tausenden gewaltigen versteinerten Bäumen, die gerade zu der Zeit entwurzelt und unter Sturzfluten begraben wurden, als die Dinosaurier sich in dieser Gegend niederzulassen begannen."In Europa wurden auf einer kleineren Insel in Osteuropa (Karpaten) kleine Dinoformen gefunden (Verzwergung), wobei der größere Teil von Europa unter dem Meeresspiegel lag. Der Südkontinent (Australien, Antarktis, Madagaskar, Indien, Südamerika) wies damals eine größere biologische Diversität auf.Sei’s wie es sei, die Artenvielfalt der Trias und der Kreidezeit, wurde vor 66 Millionen Jahren von einem 10 km großen Himmelskörper (Asteroid oder Komet) zerstört, der mit einer Geschwindigkeit von 100.000 km/h die Gegend des heutigen Golfs von Mexiko getroffen hat. Es ist verständlich, dass der Einschlag alle Tiere, die sich nicht in Sicherheit bringen konnten, ausrottete. Die kleinen Säugetiere zogen sich wahrscheinlich in unterirdische Röhrensysteme zurück und konnten so überleben, die flugfähigen Dinosaurier (Vögel) konnten die gefährlichsten Regionen verlassen. Trotzdem überlebten aber schätzungsweise nur 15 % der flugfähigen Dinosaurier (zitiert nach Steve Brusatte).Unter evolutionärem Aspekt passierte nach dem Einschlag das erstaunliche Phänomen, das der Forschung schon in der Epoche des Perm aufgefallen war, nämlich eine Explosion der Artenvielfalt. Bereits 500.000 Jahre dem Einschlag des Asteroiden hatten sich zahlreiche Vogelarten und Säugetierarten entwickelt, wobei die ursprünglich kleinen Säugetiere die Größe von Rindern erreichten. Noch verblüffender ist das Phänomen, dass die zigtausend Arten geflügelter Dinosaurier (Vögel) im Luftraum von zigtausend Arten fliegender Säugetiere (Fledermäuse etc.) Konkurrenz bekamen.Dieser Befund ist ein eindrucksvolles Indiz für die sich immer mehr durchsetzende moderne Sicht auf die Evolution, dass sich selbst replizierende Systeme durch Mutation und Selektion jede Nische besetzen, wo immer sie sich auch bietet.Unabhängig vom rezensierten Buch sei an dieser Stelle auf die enorme Intelligenz der flugfähigen Dinosaurier (Vögel) hingewiesen, die sich evolutionär völlig unabhängig von der Intelligenz der Säugetiere entwickelte. Auch die Anatomie des Gehirns ist verschieden, in der Großhirnrinde der Säugetiere findet man viele Neurone (Nervenzellen), die bei Vögeln fehlen, obwohl Neurone bei den Vorfahren der Säugetiere und der Vögel angelegt waren.Der leidenschaftliche Paläontologe Steve Brusatte hat ein ausgezeichnetes Opus vorgelegt, wobei sein Enthusiasmus in der deutschen Übersetzung manchmal etwas gekünstelt erscheint, was aber kaum stört. Selbstverständlich ist eine schnelle Lektüre bei der breiten Erläuterung der differenzierten Forschungsmethoden nicht möglich, man muss sich schon etwas Zeit nehmen, um die Botschaft von Steve Brusatte zu verstehen, die den Blick auf die Naturgeschichte verändert. Gerade in Zeiten des Klimawandels halte ich das Buch für besonders wertvoll, weil es tiefe Einblicke in Ursachen und Folgen klimatischer Veränderungen deren Einfluss auf die Lebensformen aufzeigt. Ich wünsche dem Buch eine breite Leserschaft, weil es Steve Brusatte gelungen ist, den unseren Blick auf die Evolution der letzten 300 Millionen Jahre zu korrigieren. Selbstverständlich bewerte ich das Buch mit fünf Sternen.