Das Buch ist sehr leicht und flüssig zu lesen. Es bietet viele konkrete Anregungen, Praxisbeispiele und hilfreiche Unterscheidungen. Autorin und Autor bringen viel Fachwissen mit, schreiben allerdings v.a. aus der Perspektive von Begleitung und Beratung. Wer sich Fragen stellt wie "Was bringt es mir, zu vergeben?", "Wie geht das, Versöhnung?", "Soll man denn wirklich alles vergeben, was hieße das? Wo ist weiterhin Distanz und ein Nein nötig?" etc., kann sehr profitieren. Hintergrund ist das christliche Menschenbild, die Tipps zu Meditation, Selbstreflexion und Gebet erscheinen mir lebensnah und hilfreich.
„VERGEBEN“ - an dieses komplexe und auch sehr schwierige Thema haben sich die Autoren des gleichnamigen Buches herangewagt und dem Leser ein Werkzeug an die Hand gegeben samt Techniken, die tief greifen und Belastendes nicht mehr so wichtig erscheinen lassen.Eine Ärztin und ein Jesuit haben neben eigenen Erfahrungen auch Ansätze aus dem Spirituellen, der Philosophie und der Psychologie akribisch zusammengetragen, um Menschen zu helfen.Die wichtigste Botschaft des Buches ist, dass ein Vergeben in erster Linie den Vergebenden selbst von der Last / der Schwerere befreit. Und mit dem, dem verziehen wurde, muss man auf keinen Fall wieder dort anknüpfen, wo es irgendwann noch gepasst hat.Ein „kleines“ Buch, welches leicht verständlich geschrieben und sehr strukturiert aufgebaut ist - wie ein Wegweiser aus dem Irrgarten ins Licht.
Dieses Buch stellt aus meiner Sicht eine gelungene Verbindung zwischen der Weisheit, die dem ignatianischen Exerzitienprozess innewohnt und fundiertem therapeutischen Fachwissen dar. Es bereichert schon allein beim Lesen und inspiriert, sich auf den Weg der (Selbst)-Erfahrung zu machen. Ebenso finde ich als Therapeutin und Exerzitienbegleiterin viele Impulse, die ich in der Praxis umsetzen kann.