Das rundum gelungene Gesamtkunstwerk ist allein schon von der Aufmachungher eine Augenweide. Das beginnt bei der Umschlaggestaltung, setzt sich fort bei denklug ausgewählten passenden Abbildungen und in der sehr gut lesbaren Textgestalt.Inhaltlich ist es so geist- und kenntnisreich, wie man es von den früheren Publikationen vonHermann Roth her gewohnt ist. Der breit gefächerte, detailreiche Stoff wird auf allenGebieten klar und verständlich vorgetragen.Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, dessen Anschaffung man nur empfehlen kann.(Wilhelm Haas)
Was fällt Ihnen zur Farbe Grün ein – ganz spontan? Die Natur, das Chlorophyll, der Frühling, der Smaragd, Irland, eine politische Partei? Vielleicht die favorisierte Farbe des Propheten Mohammed beziehungsweise jene heilende Lichtqualität des Erzengels Raphael? Wenn Sie irdischeren Dingen zugewandt sind, ein Fußballverein wie Rapid Wien oder Werder Bremen.Dieses vielquellig recherchierte Buch aus dem Dudenverlag zeigt Grün in seiner ganzen Bandbreite (es gibt ja 108 Farbtöne davon). Der Autor, Prof. Roth (sic!), machte sich auf Spurensuche in Chemie, Geologie, Medizin/Pharmazie, Botanik, Zoologie, Sport, Politik, Religion, Mythologie, Malerei, Musik, Literatur oder Redensarten. Ein schillerndes Kaleidoskop auf knapp 200 Seiten plus Bibliografie und Register.Ich für mich fand viel Interessantes und Amüsantes. Im antiken Ägypten wurde der grüne Malachit zerrieben und als Lidschatten aufgetragen. Osiris‘ Gesicht zeigt allgemein einen grünlichen Teint. Die Farbe der römischen Liebesgöttin Venus war ebenfalls Grün (und ich dachte immer Rot). Es hieß, dass überall, wo ihr wohlgeformter Fuß den Boden berührte, die Vegetation zu sprießen begann.Glaubt man der Sage, sollte man vor Java nicht mit grünen Badesachen ins Wasser gehen. Ebenso sei es nicht ratsam, an Bord eines Kreuzfahrtschiffes grüne Socken zu tragen. Warum, das verrät das Buch im Kapitel Mythologie. Golfspieler*innen müssen eine Greenfee entrichten, ehe sie den Platz betreten dürfen, Freunde des Absinths – wie Van Gogh – sprechen hingegen der grünen Fee zu. Grün dominiert den St Patrick‘s Day. Dem besten Sprinter im Radsport steht das grüne Trikot zu, etc.Hochinteressant: Sir Isaac Newton ordnete den Musiknoten Farben zu. Grün ist demnach G-A. Ein anderer Synästhetiker, der französische Mathematiker und Philosoph Louis-Bertrand Castel (1688-1757), soll sogar ein Farbenklavier entwickelt haben, bei dem durch das Anschlagen der Tasten nicht nur ein Ton, sondern auch eine Lichtprojektion erzeugt wurde.Für Sprachbegeisterte genügt schon die Herkunft des Wortes ‚grün‘, um den Aha-Effekt auszulösen. Es leitet sich vom althochdeutschen ‚gruoni‘ ab, was ‚wachsen‘ oder ‚sprießen‘ bedeutet. Im modernen Englisch hallt es als „grow“ ebenso nach wie als ‚green‘, oder ‚grön‘ im Schwedischen.Man lese, staune und bewundere auch die äußere Gestaltung des Buches mit grüner Schnittverzierung. Grünes Licht! Go!
Die Farbe Grün begleitet uns schon seit ewigen Zeiten. Sie steht für vieles in unserem Leben. Vorrangig wohl für das Leben selbst. Denn Grün ist der Ursprung, allein schon zu finden in dem von Pflanzen hergestellten Chlorophyll, das die Blätter grün färbt und die Fotosynthese startet, damit der für uns wichtige Sauerstoff produziert werden kann.Doch Grün steht für so viel mehr. Natürlich auch für Hoffnung, für den Neid oder für Unwissenheit. Wir finden Grün in der Natur in unendlichen Formen wieder. Blätter, Gras und Moos, Smaragde, Jade und Malachit, Frösche, Vögel und Schlangen, Doch in noch so vielen anderen Bereichen ist Grün unverzichtbar.Der Dudenverlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, wo überall uns "Grün" begegnet. Vorrangig die Natur, aber auch in Medizin, Kunst, Literatur oder Geschichte wurde Grün vielseitig eingesetzt.Der Duden klärt die Wortherkunft und zeigt die verschiedenen Synonyme dafür auf. Es folgen die Beispiele für Grün aus den Bereichen Chemie und Physik, Geologie, Botanik, Zoologie, Medizin und Pharmazie und vielen mehr. Es werden verschiedene Redensarten mit Grün beleuchtet und wo in der Literatur und Kunst sowie der Musik die Farbe Grün zum Tragen kommt. Ebenso in der Religion und der Mythologie.Am Ende gibt es noch einen "Grünen Omnibus", ein Kapitel, in dem alles reingepackt wurde, was in den vorherigen Kapitel nicht untergebracht werden konnte. Hierbei kommen auch lustige Dinge zu Tage.Ich persönlich war mir gar nicht bewusst, wie oft wir etwas mit der Farbe Grün in Verbindung bringen. Erst mit diesem Buch habe ich richtig verstanden, wie sehr wir die Farbe Grün in unseren Alltag einbinden, sie in Sprichwörtern benutzen ("noch grün hinter den Ohren", "Grün vor Neid", etc.) oder welche Dinge eigentlich grün sind.Leider nimmt man so manches doch viel zu sehr als selbstverständlich hin.Ebenso die Aufmachung des Buches. Eben richtig Grün. Leuchtend und vor allem signalisierend. Ein wahnsinniger Hingucker im Bücherregal und sehr lehrreich, zumindest für mich.Ich mag die Natur und bin gern im Grünen. Nach diesem Buch werde ich allerdings einiges mit anderen Augen sehen und es auch noch mehr zu schätzen wissen.Meggies Fussnote:Grünes Wissen interessant verpackt.