Wenn du eine innere Weinhexe kennst, die dir an lauen Sommerabenden zuruft, dass der Abend auf der Terrasse mit einem kühlen Chardonnay viel schöner ist als mit einem Eistee, dir an kalten Winterabenden zu 1-2 Gläsern Rotwein rät, wenn deine Weinhexe dir zuflüstert, dass du zu den "lustigen" Weibern gehörst, weil du viel lachst und ein Weinglas in der Hand Ausdruck von entspannter Fröhlichkeit ist ... und wenn diese kleine, flüsternde Weinhexe immer öfter zu dir kommt, dich tröstet, dich entspannt, dir nach Stress und Ärger hilft und dich auch zu guten Ergebnissen beglückwünscht und erheitert, wenn du manches Mal ins Grübeln kommst, ob diese Weinhexe und ihre Beschwichtigungen und Erklärungen des WIESOs, WESHALBs und WARUM DOCHs dich immer wieder zu ihr treiben, und warum zum Teufel sie sich jeden Tag in deiner Küche rumdrückt und dir auf dem Buckel sitzt und dir fordernd zuzischt, dann solltest du unbedingt anfangen, dieses Buch zu lesen ....Es handelt sich um ein autobiographisches Buch. Eigentlich lese ich keine Autobiographien. Mit dieser Autorin ihrer eigenen Biographie (Autobiographin?) wäre ich gern befreundet. Sie schreibt ihre Geschichte und bringt das, was ich bei den meisten neueren, inländischen (deutschen) Autorinnen vermisse: Sie entwickelt nachvollziehbar eine Persönlichkeit. Glaubhaft und authentisch. Und das Ganze mit einem wunderbaren Witz und Humor, sodass ich laut loslachen konnte und kann. Endlich mal kein Schmalz, keine triefendes Happy-End, keine Millionäre und ähnlicher Schmarren: Eine Frau - Wieduundich- zieht ihren persönlichen Kampf durch; ohne jemanden dabei unterzubuttern und ohne jemanden zu zerstören. Sie ist anfangs recht schwach und lässt sich treiben und erstarkt, weil sie auf ihren gewohnten Wein verzichtet und sich und ihre Gewohnheiten neu organisiert. Sie begreift sich als Rudelführerin, achtet nicht nur auf Ihr Äußeres sondern auch auf das Seelenheil ihrer Kinder und ist gegenüber ihrem Mann heiter, gelassen und sehr unkompliziert. Sie ist eine ausgezeichnete Heldin, obwohl sie - die herkömmliche Lehrbuch-Emanzipation außer acht lassend - ihren Job an den Nagel hängt und sich für den Herd entscheidet. Keine nervende Selbstfindung, keine Rechtfertigungen. Sie ist - wie die meisten - einfach so in das Schlamassel hineingeschlittert. In Langeweile, in Selbstzweifel und in die daraus resultierende Unzufriedenheit. GEnau das Gleiche hätte ihr als berufstätige Powerfrau passieren können. Dass sie zu viel trinkt. Es ist egal, ob sie als dynamische Business-Powerfrau zu viel trinkt oder als Mutter von drei Kindern und Organisatorin des Schulbasars.Und das Tolle an ihr: Sie zieht sich selbst wieder raus. Hut ab! Glückwunsch! Weiter so!!!Sicherlich ist es das Buch kein Allheilmittel für jederfrau. Jede ist anders. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch jedoch sehr vielen hilft: Mit der kritischen Auseinandersetzung eines Problems, über das frau nicht spricht. Und die Autorin hat eine "Vorbild-Funktion" (gibt es das Wort "Vorbild" heute noch?) - sie stachelt an, "es" auch zu schaffen. Allein. Einfach so. Mit Willenskraft. Das ist auf alle Fälle inspierend. Und wenn von hundert "bedrohten" Leserinnen des Buchs 50 das Ziel "100 Tage plus" schaffen, dann ist das eine sehr beeindruckende Quote.Ein tolles Buch, eine klasse Geschichte, wunderbar erzählt - und helfend hilfreich :)
Ich kann jeder Frau, die sich für dieses Thema interessiert, nur wärmstens empfehlen, dieses Buch zu lesen. Ich habe es verschlungen, und war zum Ende hin fast etwas traurig, dass ich damit schon durch bin. Teils romanartig, dann wieder sachlich geschrieben, mit knallharten Fakten über Wirkung, Schädigung oder auch die Beschreibung über die teuflische persönliche Veränderung ,die der Alkohol mit sich bringt wird, fesselnd klar gemacht .Es wird deutlich geschildert, dass man immer nur die anderen sieht, die damit einProblem haben, aber niemals sich selbst. Sehr eindringlich schreibt die Autorin, wie sie ihren Alltag mit Kindern, Haushalt usw meistert, obwohl stets der eine, gemeine Freund ihr mehr und mehr das Leben schwer macht:der Alkohol. Sie erzählt ihre Geschichte bis zu dem Tag, an dem sie endgültig aufhört zu trinken. 100 Tage "OHNE" sind ihr Ziel, und der Leser wird etappenweise mitgenommen, von Tag eins angefangen, bis zu ihrem großen Ziel, und man verfolgt dabei ihre Höhen und Tiefen, ihre Ängste,Taktiken, Veränderungen und Höhenflüge, ....bis sie 1 Jahr geschafft hat. Ich kann gar nicht beschreiben, wie toll ich dieses Buch finde. Danke liebe Clare Pooley, sie sprechen mit diesem Buch sicher abertausenden Frauen aus der Seele. Sie schreibt trotz dem heiklen Thema auch immer selbstironisch und witzig, was allerdings gar nicht stört,nein, es wirkt daduch alles nur noch eindringlicher, finde ich. Auch der Schluss des Buches, bleibt ohne das große Happyend. Nein, sie wird nicht zur Supermutti oder zur wieder erfolgreichen Geschäftsfrau. Und genau das verleiht für mich diesem Buch diese Bestnote : Es geht allein um ihre eigene Genesung, um die Ablösung vom Alkohol, und letztenlich um ein neues, glückliches Leben, dass sie sich hart erkämpft hat, und den Leser daran teil haben ließ. Einfach toll !!!
Dieses Buch ist absolut großartig. Als Betroffene habe ich schon einige Werke trockener Alkoholikerinnen gelesen, aber dieses Buch ist mein absolutes "Lieblingsbuch" (wenn ich es so betiteln darf). Ich habe das Buch in den Urlaub mitgenommen, weil ich mir dachte, der Titel könne genau so gut als unterhaltsamer Mädelsroman durchgehen, so dass aus der Entferung erst einmal nicht gesehen werden kann, welch schwere Kost es tatsächlich beinhaltet. Clare kommt mir wie eine gute Freundin vor, die in vielerlei Hinsicht das schildert, was ich selbst durchgemacht habe. Es ist mitreißend, herzerfrischen, bringt mich lauthals zum Lachen, so dass ich meinem Mann schon einige Passagen vorgelesen habe (besonders über John) und hat mich aber auch so manches mal zum Weinen gebracht.Ich habe durch dieses großartige Buch begonnen, sehr viel mehr über mich nachzudenken, speziell im Hinblick auf das Erwachsenwerden und den Umgang mit Emotionen und Clares Erfahrungen haben mir schon manches Mal geholfen, weiter auf meinem Weg zu bleiben. Durch Gespräche mit meinen Kindern habe ich mich selbst meiner persönlichen Mrs. Hyde gestellt und bin unendlich dankbar, mich doch gerade noch auf dem richtigen Weg zu befinden. Clare Pooley hat mit ihrem Buch in kurzer Zeit mehr erreicht, als mein Therapeut in mittlerweile drei Jahren. Da ich nicht mehr auf Clares Erfahrungen verzichten möchte, lese ich auch regelmäßig ihren Blog. Einfach mal im Internet suchen.