Was Regisseur Tomasz Thomson hier in einer wundervoll schrägen Nummer präsentiert, ist eigentlich von der Grundkonstellation ein Pate-Film. Wer aber nun denkt, es gibt den üblichen Mafiafilm, der hat sich hier aber mal so richtig verkühlt, denn das wäre so, als würde Bjarne Mädel filmisch der Mafia beitreten. Wir haben 2 Auftragskiller, einen Paten und eine Patenbraut und ein wenig Mafia-Clan-Feeling, aber alle Komponenten kommen aus der eisigen Kälte von Absurdistan und zelebrieren Dialoge und Situationen zum Niederknien. Fangen wir mal bei unseren beiden Super-Heros an. Walter kommt so langsam in die Jahre und auch vom Aussehen der Figur denkt man eher an einen Obdachlosen auf dem Bahnhofsklo, als an einen Killer. Seine Aufträge laufen nicht mehr so wie geplant und da kann es schon einmal passieren, dass auf dem Herrenklo der Falsche niedergestreckt wird. Was macht ein gestresster Arbeitnehmer? Richtig, er gönnt sich eine Auszeit, um auf andere Gedanken zu kommen. Da kommt ein Auftrag gerade gelegen im russisch kalten Nirgendwo. Er ist aber nicht alleine mit seinem Problem und trifft auf dem Weg ins Nirgendwo den Arbeitskollegen Micky. Auch er ist das Paradebeispiel eines erfahrenen und skrupellosen Auftragskiller und schon fangen die Dialoge an, die zum Niederknien trocken sind. Beide wirken, als hätten sie nicht alle Latten am Zaun. Die Dialoge sind herrlich und so weltfremd, dass man sich diese beiden Experten zur Personenbeseitigung den ganzen Tag ansehen könnte. Im Nirgendwo angekommen, trifft man auf die Braut des Paten. Wer denkt, unsere beiden Spezialisten sind schon eine besondere Marke, der kennt Sibylle nicht. Eigentlich könnte sie auch Chantal heissen, denn beide Namen passen so umwerfend für diese Figur. Mit dem Slang einer Chantal und dem Charme einer Sybille erklärt sie unseren beiden Rucksacktouristen, wie im einsamen Russland die Welt tickt. Sie ist das Entertainment Programm und nebenbei spielt sie Chemikerin für die unmöglichsten Drogencocktails, denn im Hotel von Pate Berger ist sowieso den ganzen Tag eisige Langeweile. Die Langeweile ist so gross, dass man dann auch mal das Chemieprodukt selbst testet. Das ist insofern unglücklich, wenn die Braut sich selbst eine Kugel verpasst und danach noch den Hotelpool verschmutzt. Wie erklärt man nun einem Paten, dass die Braut tot ist, man die Drogen selbst getestet hat und das Wasser im Hotelpool ungeniessbar ist?Jetzt kommt der allmächtige Berger ins Spiel, der aus dem Nirgendwo ein russisches Las Vegas entstehen lassen will. Wer jetzt denkt, ein Deutscher Robert De Niro kommt um die Ecke, der erlebt die nächste Überraschung, denn auch er ist zum Brüllen. Mit Ankunft von Berger kommt ein Hauch von Mafia-Brutalität auf, aber auch die wird zur Situationskomik, wenn Berger mit dem elektrischen Küchenmesser seine Session beginnen will, aber den Akku nicht aufgeladen hat. Genau das ist das Herrliche an diesem Film, denn der Film nimmt sich überhaupt nicht ernst und nicht mal die Sprengfallen russischer Bauart. Der Humor ist so trocken, als würde später noch der Tatortreiniger Bjarne Mädel den Hotelpool reinigen müssen. Die Schauspieler Jürgen Rißmann, Thomas Wodianka, Eva-Katrin Hermann und Reiner Schöne sind eine schauspielerische Pracht und bringen in das kalte Russland staubtrockenen Humor in bester Deutscher Art.Für mich ist dieser Film eine kleine Paten-Perle der besonderen Art und mal etwas völlig anderes. Er ist kurzweilig und sehr unterhaltsam und in Summe ein gelungener kleiner Spass am Abend.Fazit:Wer mal Patenfilme etwas anders erleben will und die Welt nicht so ernst nimmt, der kommt hier voll auf seine Kosten. Ein wirklich schöner kleiner Filmspass, um auf andere Gedanken zu kommen.
Muß hier keinen Roman schreiben dessen Zeit zu Lesen für diesen Film nicht lohnt.Umfangreiche Erklärungen spare ich mir zu diesem Film auch. Das sollen andere machen, die anscheinend zu viel Zeit dafür haben!Scheinbar einmal mehr eine Billigproduktion für paartausend Euro.Mir unbekannte Schauspieler, die vermutlich nur den Mindestlohn erhielten. Keinerlei Besonderheiten, die eines guten Schauspielers würdig wären.Der Film zieht sich zeitweise zu sehr in die Länge ohne das etwas wesentliches passiert.Die Hauptakteure haben es jedenfalls in ihrem Job (auch im Film) nicht drauf.Einer hat nur leere Sprüche auf Lager, dessen Worte niemals Taten folgen.Der andere, ziemlich wortkarg, auch ein sogenannter Killer, kann auch nicht mit besonderen Taten glänzen!Lassen sich verprügeln, null Aktionen etc.Insgesamt kaum Spannung und keinerlei erwartete Höhepunkte.Kann man sich getrost sparen!
Es nicht leicht Profikiller zu sein, dass weiß Walter (Jürgen Rißmann) spätestens nachdem er versehentlich die falsche Person erschossen hat. Da kommt dem abgehalfterten Auftragsmörder das Angebot des ehemaligen Unterweltbosses Berger gerade recht, dessen Haus in den karpatischen Bergen zu bewachen. Gemeinsam mit seinem labilen Kumpel Mickey (Reiner Schöne) macht sich Walter auf ins “Snowmansland“. Leider will sich auch in dem abgelegenen Urlaubsparadies das Glück für Walter nicht einstellen: Bergers dort weilende, junge Ehefrau findet Gefallen an Mickey, was in ausgelassenen Liebesspielen und anderen verbotenen Handlungen mündet, die Walters Arbeitgeber dazu veranlassen dürfte, ganz und gar nicht zufrieden mit seinen Gästen zu sein…Fazit: Exzentrisch, witzig und herb - Hat mir gefallen !