Der Beginn des bekannten Liedes von Simon und Garfunkel spielt in diesem norwegisch-schwedischen Drama in mehrfacher Hinsicht einen Rolle.Jan Thomas und sein Freund haben als Jugendliche den Kinderwagen mit dem kleinen Jungen von Agnes (Trine Dyrholm) entwendet , Jan den Jungen, der eine Böschung hinuntergestürzt und mit dem Kopf auf einen Stein geschlagen war, in einem Fluss mit Stromschnellen verschwinden lassen.Nach vorzeiger Haftentlassung nach 2/3 des Strafmaßes und guter Führung findet Thomas. der seine Vergangenheit nicht offenbart hat, nach emotionalem Orgelspiel eine Stelle als Kirchenorganist und gewinnt rasch die Zuneigung der alleinerziehenden Pfarrerin Anna und ihres kleinen Jungen.Bei einem Orgelspiel beginnt Agnes zu weinen, aber nicht wegen des ergreifenden Spieles, sondern weil sie entsetzt den Mörder ihres Sohnes wiedersieht und einerseits von ihm unbedingt den Tathergang erfahren will, andereseits hält sie es für nötig, den Jungen vor einem Kindermörder zu schützen.Eines Tageskommt es, nachdem Agnes den kleinen Jungen, den Thomas unbeaufsichtigt hat auf dem Fahrradgepäckträger sitzen lassen, entführt hat, beinahe zu einem erneuten Drama am Ort der ersten Tat, das gerade noch verhindert werden kann, Thomas beichtet seine Tat, die noch erschreckender war als vermutet.Agnes streicht ihm sanft über die Wange.Schuld und Sühne, Thomas hat gesühnt und auch nach dem seine Vorgeschichte bekannt wurde (nicht Anna!), eine zweite Chance bekommen und eine harmonische Beziehung mit der Pfarrerin und dem Sohn, der ihn schell ins Herz geschlossen hatte.Es geht im Film nicht nur platt um Mitleid mit einem Mörder, wie für Dr.phil. Lieschen Müller dargestellt, in zweifacher Hinsicht blanker Unsinn. Es geht um Reue, aber auch fehlende Offenheit, um das Leiden von Agnes, die mit dem Wiedersehen des Täters in eine Krise gerät, die auch ihre Familie mit den beiden adoptierten Töchtern belastet, es geht um die Frage, ob auch eine solche Tat verziehen werden kann. Auch wenn man mit dem Ende nicht einverstanden sein sollte,, der Film erzielt durch starke Darsteller, allen voran wieder einmal die wunderbare Trine Dyrholm, Emotionen, die uns zu Akzeptanz oder fehlendem Verständnis für Trines Verhalten kommen lassen können.So oder so, ein Film der aufwühlt, vielleicht nicht ganz die emotionale Erschütterung auslöst wie "Das Halbe Leben" mit einem sensationell spielenden Josef Hader, aber ein Film, den ich ohne Einschränkung empfehle, Trine Dyrholm war bisher immer sehenswert.Doc Halliday
Dieses eindrückliche Drama erinnert stark an Susanne Biers Meisterwerke "Brothers" und "Open Hearts": Eine clever konzipierte Geschichte verpackt in berückend schöne und suggestive Bilder voller unaufdringlicher Symbolkraft, also genau das, was ich im Kino immer suche und so selten finde. Auch nach dem zweiten Mal anschauen war ich tief bewegt, was zum Teil sicher an der grossartigen Orgelmusik lag, zu einem anderen grossen Teil aber auch an der fantastischen Trine Dyrholm, die schon in verschiedenen dänischen Filmen positiv aufgefallen ist. Besondere Erwähnung verdienen auch die Kinderdarsteller, welche durch ihr aussergewöhnliches Können das Mitfühlen des Zuschauers überhaupt erst möglich machen. Einziger Kritikpunkt wäre vielleicht, dass nicht wirklich erklärt wird, weshalb die beiden Jugendlichen das Kind entführen. Aber sonst ist die Geschichte in sich stimmig und die Charaktere in ihrem Handeln in jedem Moment glaubhaft und nachvollziehbar. Grossartiges Kopf- und Bauch-Kino.
Ein Drama, das seinesgleichen sucht! Dieser Film fesselt einem bis zur letzten Minute. Wer auf sensieble Dramen steht, sollte diesen Film auf keinen Fall verpassen. Die Schauspieler wirken absolut überzeugend und die dramatische Orgelmusik ist Balsam für die Seele... Auch das Skript ist stimmig und nachvollziebar; dennoch spannend und trotz etwas Überlänge absolut kurzweilig. Meines erachtens bekommt hier "Hollywood" eine absolute Konkurrenz, sowie auch bei ähnlichen Filmen wie "Bedingungslos", auch aus den Norden, der in Sachen "Intensität" nicht zu überbieten ist!! Ich wünsche mir von Herzen weitere solch großartige Filme, die das ware Leben widerspiegeln, denn in diesem spielen sich die wirklichen Dramen ab - weit weg vom Hollywoodklammauk.