Wie so ziemlich jeder halbwegs ernsthafte "Filmsammler" weiß, bedeuten Neuausgaben beliebter Klassiker meistens ebenfalls ein Update des häuslichen Videoschranks und als bekennender "Star Trek"-Fan ist die 4K-Variante der Kinofilme natürlich ein willkommener Anlass, hier aufzurüsten."First Contact" agiert dabei wesentlich trittsicherer als sein Vorgänger und bringt Captain Picard mal wieder die Borg ins Haus, die durch einen Griff in die Geschichte versuchen, die Erde gleich in der Vergangenheit zu assimilieren. Glücklicherweise kann die Enterprise ebenfalls in der Zeit zurück reisen und begibt sich ins Jahr 2063, in welchem der erste menschliche Warpflug den ersten Kontakt mit einer anderen Spezies ermöglichen sollte. Doch wie es mit den kybernetischen Kollektiv-Maschinenwesen nun mal so ist, lassen sie sich die Butter nicht vom Brot stibitzen und finden einen Weg, Picard & Co. das Leben weiterhin schwer zu machen, so dass die Zukunft wieder einmal in den Sternen steht.Für viele Fans gilt Teil 8 als der beste aller Trek-Filme und das hat sicher seine guten Gründe: Vergleichsweise viel Action, die Rückkehr der Borg und ein famoser Soundtrack sprechen für sich. Picard mutiert zum Wüterich, Data erliegt dem unglaublichen Charme der Borg-Queen und ihren Verlockungen und sogar Troi darf mal ein paar entscheidende Sätze zum Geschehen beitragen. Prima Zutaten und das Rezept geht auf.Dennoch hat der Film natürlich immerhin 27 Lenze auf dem Buckel, was auch die 4K-Ausgabe nicht gänzlich übertünchen kann. Allerdings wirkt das Bild wesentlich ausgeglichener als noch bei "Generations", das doch wieder recht dunkel daher kam, und bietet damit akzeptable Schärfe, intensivere Farben als die Blu-ray und einen mehr als soliden Schwarzwert. Der visuelle Unterschied ist also tatsächlich sichtbar, noch deutlicher wird es allerdings beim deutschen Ton. Der liegt diesmal in Dolby True HD 5.1 vor und drückt basstechnisch etwas mehr auf die Tube, als das noch bei der Vorgänger-Ausgabe der Fall ist. Räumlichkeit und Wucht sind recht ordentlich, da kann man nicht meckern. Die Extras auf der 4K-Disc beschränken sich auf einige Audiokommentare, hier hilft aber wieder die ebenfalls beiliegende "stinknormale" Blu-ray-Version aus, denn hier finden sich dann die bekannten Hintergrundinfos und Blicke hinter die Kulissen. Ebenfalls positiv: Ein Wendecover, damit man auch ohne FSK-Logo glücklich wird.Ein gewisser Mehrwert für Besitzer der Blu-ray ist also vorhanden und insbesondere wer als absolut interessierter Trek-Freund noch gar keine HD-Variante des Filmes sein Eigen nennt, erhält hiermit die aktuell beste verfügbare Version. Dafür gibt es die volle Punktzahl.
Nachdem die Crew der Enterprise unter dem Kommando von Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) im vorigen Streifen mit der Unterstützung des legendären Vorgängers James T. Kirk (William Shatner) ihr erstes Kinoabenteuer erleben durfte, wird die Mannschaft nun auf ihre erste Koinomission ohne einen Darsteller aus der alten Serie geschickt. Weiß der Film zu überzeugen oder ister Lichtjahre von guter Kinounterhaltung entfernt?Captain Picards schlimmste Befürchtungen sind wahr geworden: die Borg, nach Perfektion strebende halb kybernetische Wesen ohne jedes Bewusstsein für Individualität, greifen die Erde an. Picard, der Jahre zuvor in deren Kollektiv assimiliert worden war und von seiner Crew nur mit Mühe und Not gerettet werden konnte, gelingt es gerade noch rechtzeitig, das Mutterschiff der Borg zu zerstören. Doch einem kleineren Schiff gelingt es, in die Vergangenheit zu reisen und die Erde dort zu assimilieren. Die Enterprise reist zurück in die Vergangenheit, um den dort angerichteten Schaden zu reparieren und die Borg aufzuhalten. Dabei stellen sie schnell fest, dass es das Ziel der Borg ist, den legendären "ersten Kontakt" zu sabotieren, jener erste Flug mit Warpgeschwindigkeit, der den ersten Kontakt mit einer auserirdischen Spezies bedeutete und zum Gründungsmeilenstein der Föderation wurde. Picard und seine Crew müssen also nicht nur die Borg aufhalten, sondern auch dafür sorgen, dass der Flug stattfinden kann. Und bald schon stellen sie fest, dass es den Borg gelungen ist, an Bord der Enterprise zu gelangen...Bei Kinofilmen darf man sich berechtigterweise fragen, wie viel der Film eigentlich mitder Serie noch gemein hat. Kinofilme haben die große Herausforderung, dass sie eben nicht nur eingefleischten Fans gefallen sollen, sondern eine große Bandbreite ansprechen sollen. Sie sind daher meist wesentlich näher am "Mainstream" orientiert als die Serie. So auch hier. Das beginnt schon bei der Gestaltung. Die Enterprise D, das Schiff aus der Serie und dem ersten Kinofilm mit der Crew um Picard, ist extra designed worden für den Fernsehbildschirm und das damals übliche Bildformat 4:3. Für das Kino entschied man sich daher, die alte Enterprise zu zerstören und mit der Enterprise E ein deutlich windschnittigeres, moderneres Schiff zu verwenden. Die Atmosphäre ist deutlich düsterer gehalten als in der Serie. Vor allem aber wird die Balance zwischen ruhigen Szenen und heftigen Actionsequenzen deutlich zugunsten der letzteren verschoben. Ist das schlecht? Keineswegs! Erstaunlicherweise funktioniert die actionlastige Handlung hervorragend. Dabei werden die Figuren mit Ecken und Kanten gezeichnet, haben Fehler und Tiefgang. Vor allem Patrick Stewart brilliert hier als Captain, der zunehmend jeden Sinn für Verstand verliert, weil er mehr und mehr von Rache getrieben wird. Unvergessen der Dialog zwischen ihm und Lily (Alfre Woodard) mit tollen Anspielungen auf Moby Dick und den rachegetriebenen Kapitän Ahab. Mit der Borgkönigin (Alice Krige) hat man den Borg eine personifizierte Anführerin, quasi ein Gesicht gegeben. Die Anmut und das Talentzur Verführung insbesondere von Data (Brent Spiner) spieltsie hervorragend. Auch der zweite Handlungsstrang, die Reparation des Raumschiffes von Zefram Cochrane (James Cromwell) gefällt sehr gut. Hier liegt der Fokus mehr auf komödiantischen Elementen, sodass die spannende Haupthandlungimmer wieder von kurzweiligen Passagen zum Durchschnaufen unterbrochen wird. Untermalt wird das alles von einem Musikscore (Jerry und Joel Goldsmith haben dieses Meisterwerk vollbracht), der besser nicht sein kann. Melodien, die ins Ohr gehen, großartige orchestrale Arrangements und stimmungsvolle Untermalungen der Bilder. Mehr kann man von einer Filmmusik einfach nicht verlangen.Regisseur Jonathan Frakes (auch Darsteller von Cmdr. Will Riker) gelang es meisterhaft, einen FIlm zu erschaffen, der sowohl Trekkies vergnügt als auch diejenigen anspricht, die nie zuvor eine Folge Star Trek gesehen haben oder die eigentlich kein Sci-Fi mögen. Meine Empfehlung daher: dieser Film gehört in jede gute Filmsammlung und wird einfach nie langweilig.Bild und Ton der Blu Ray sind auf Topniveau. Die Bonusausstattung ist ebenfalls sehr interessant und umfangreich. Besser kann man einen Film auf Blu Ray eigentlich nicht umsetzen.