ZUM FILM:Die gesellschaftliche Ordnung ist zusammengebrochen, Sicherheiten existieren keine mehr, jeder ist vor allem sich selbst der Nächste - und die Wahrscheinlichkeit, dass ein neuer Tag auch der letzte im Leben ist, ist sehr hoch! Wenn das Leben von Menschen auf die genannten Aspekte reduziert werden kann, dann wissen wir als Zuschauer sofort: Es herrscht Endzeit-Stimmung!Zahlreiche Endzeit-Filme sind in den letzen Jahren erschienen. Jedoch kann ich mich an keinen entsprechenden Film erinnern, der ähnlich düster und deprimierend war wie "The Road". Dies noch umso mehr, da der Film zwar in einer für den Zuschauer fremden, post-apokalyptischen Welt spielt, diese jedoch sehr realistisch beschrieben wird. Und so entwickelt sich für den Zuschauer ein sehr intensives und extrem unter die Haut gehendes Filmerlebnis; und das, obwohl er beinahe komplett ohne Actionszenen auskommt. Freunde von handfester Action sind in diesem Film definitiv falsch!"The Road" thematisiert nicht die Ursache der Apokalypse selbst. Der Zuschauer erfährt nur ansatzweise, wie der Untergang der Zivilisation, wie wir sie kennen, verlaufen ist. Im Mittelpunkt steht vielmehr der tägliche Kampf eines Vaters und seinem Sohn - um das tägliche Überleben auf ihrer Reise durch eine Welt, in der die Werte Moral und menschliche Nächstenliebe keine Bedeutung mehr haben. Das Ziel der Reise ist dabei nicht wirklich klar. Die beiden tragen letztlich nur die Hoffnung auf eine südlichere und womöglich lebensfreundlichere Umgebung in sich.Dabei ist es bewundernswert, mit welch großer Mühe der Vater (Viggo Motensen) versucht, sich und seinem Sohn (Kodi Smit-MePhee) den letzten Funken von Moral und Anstand zu bewahren. Nicht leicht in einer Welt, in der die Fauna stirbt und die Menschen oft zu Kannibalen werden, um das eigene Überleben zu sichern. Eine öde, eine sehr traurige Welt ist dies, in der die Vögel niemals zwitschern und die Sonne niemals scheint. Und es gibt Momente, in denen der Sohn erfahrener wirkt als der Vater, der bis zum Schluss nicht so recht in diese kaputte Welt passen mag. Der Sohn hingegen wurde in diese Welt hineingeboren und ist ein Kind dieser Zeit, das eine heile Welt nur aus den Erzählungen seines Vaters kennt.Im krassen Gegensatz zu den hoffnungslosen Endzeit-Bildern stehen die wenigen farbenfrohen, ja geradezu warmen Szenen aus besseren Tagen, die in Rückblenden die verblassenden Erinnerungen des Vaters an schönere Zeiten zeigen.Ich habe mich beinahe permanent dabei ertappt, wie ich mich bei der Sichtung des Films gefragt habe, wie ich mich wohl in dieser oder jener Situation verhalten würde: Würde ich zu den Guten oder zu den Bösen gehören? Würde ich töten, um zu überleben? Würde ich mit anderen Menschen mein weniges Essen, das ich habe, teilen oder ihnen diese Hilfe verwehren? Würde ich Menschen ihre letzte Kleidung stehlen und sie dem sicheren Tod überlassen? Oder zusammengefasst: Wie würde ich mich wohl in dieser, komplett aus den Fugen geratenen, Welt verhalten?"The Road" tut weh und verlangt vom interessierten Zuschauer, der sich auf die Reise mit den beiden Hauptcharaktern einlassen möchte, einiges an Energie ab. Ich persönlich bin sehr begeistert von diesem kleinen und stillen und gleichzeitig so intensiven Film, in dem der Großteil der Menschheit auf seine Instinkte reduziert wird.ZUR BLU-RAY:Das Bild zu bewerten ist extrem schwierig, da die Farben extrem reduziert wurden, um die Wirkung der Endzeit-Bilder noch zu verstärken. Teilweise hat man das Gefühl, quasi farblose Bilder zu betrachten, die nur noch schwarz-weiß oder sepiafarben sind. Abgesehen davon ist das Bild jedoch stets scharf und kontrastreich.Die Tonqualität ist beinahe vernachlässigbar, da der Film zumeist durch Dialoge und den sehr guten Soundtrack getragen wird. In den wenigen actionreichen kommt jedoch sogar der Subwoofer zum Einsatz und es rummst ordentlich.Bei den Extras ist vor allem der interessante Regiekommentar positiv zu erwähnen.FAZIT:Ein grandioses Stück Film auf einer guten Blu-Ray!