Mittlerweile sind Sabaton derart erfolgreich, dass sie 2012 sogar das polnische Woodstock-Revival-Festival vor 600.000 Metal-Enthusiasten headlinen durften, welches in diesen Wochen ja unter dem Titel "Swedish Empire Tour" in bewegten Bildern als DVD-/ Blue-Ray-Set für jeden veröffentlicht wird, der nicht selbst dabei war.Ihr fünftes Album "The Art Of War" enthält einige Mega-Hits der Power-Metal-Helden Sabaton, die alle bekannten hymnenhaften Trademarks der Band aufweisen und auch heute noch bei keinem Gig fehlen dürfen. Alleine schon "Ghost Division", "40:1" oder vor allem "Cliffs of Gallipoli" sind den Kauf wert für diejenigen, die erst in jüngster Zeit zu Sabaton gefunden haben sollten.Textlich geht es zumeist um Schlachten der beiden Weltkriege, einige gesprochene Zitate und der Titel des Albums wurden jedoch entlehnt aus den historischen Schriften des chinesischen Militärstrategen Sun Tzu, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und über zwei Jahrtausende grundlegende Bedeutung für die weltweiten Taktiken der Kriegsführung erlangten. Man mag über diese inhaltlichen Aspekte bei Sabaton denken wie man will, die Band bringt jedoch keine etwa gewaltverherrlichenden Messages unters Volk, sondern nutzt die Thematik Krieg generell als Geschichtenerzähler, um sie in stets melodiöse Metal-Nackenbrecher zu kleiden.Nix für Schöngeister, die lieber vertrackte Songstrukuren hören wollen, schon gar nix für die Anhänger von Black und Death oder gepflegter Kakophonien, das hier ist reine Metal-Party zum Headbangen und Mitgrölen, teils im Schweinsgalopp, teils auch mal mit angezogener Handbremse, jedenfalls immer atmosphärisch (daher sind die Gitarrenattacken auch zumeist mit Keyteppich unterlegt) und tight. Wer Sabaton wirklich noch nicht kennen sollte, der nehme als Eckpfeiler historische Bands wie Savatage oder als neuere Vertreter Powerwolf - wer mit den Genannten was anfangen kann, der ist auch bei Sabaton gut aufgehoben.